Memorandum zur Professionalisierung des pädagogischen Personals in der Integrationsförderung aus berufsbildungswissenschaftlicher Sicht

 

Memorandum zur Professionalisierung des pädagogischen Personals in der Integrationsförderung aus berufsbildungswissenschaftlicher Sicht

 

2009, 77 S., Br., ISBN 978-3-89144-419-1, 12,90 Euro

 

Nicht erst die aktuelle Wirtschafts- und Strukturkrise zeigt, dass die Jugendlichen, die von Politik, Medien und Wissenschaft als Benachteiligte bezeichnet werden, seit Jahrzehnten die Verlierer der Krise auf dem Ausbildungsmarkt sind. Seit Jahren gelingt es nicht, trotz großer finanzieller, persönlicher und politischer Anstrengungen, jährlich weit über 100.000 Jugendlichen durch eine unmittelbar an die allgemein bildenden Schulen anschließende Berufsausbildung ein selbst bestimmtes gesellschaftliches Leben bei wirtschaftlicher Eigenständigkeit zu ermöglichen. Zu viele junge Menschen befinden sich in einem unüberschaubaren und pädagogisch nicht verantwortbaren »Übergangssystem«. Die Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) will mit dem vorliegenden Memorandum auf diese aus erziehungswissenschaftlicher Sicht problematischen gesellschaftlichen Zustände hinweisen.Die wachsende Zahl Jugendlicher im »Übergangssystem« kann nicht mehr allein als Ergebnis demographischer und konjunktureller Besonderheiten bewertet werden. Sie entwickelt sich vielmehr als Auswirkung dauerhafter technischer und ökonomischer Strukturveränderungen. Deshalb müssen sich gesellschaftliche Reformbemühungen zur Beseitigung der Strukturmängel an der Maxime orientieren: »Es darf keine Übergänge Benachteiligter in die Arbeitslosigkeit geben.« Die im Memorandum erörterten Reformperspektiven sind: eine vertiefte Professionalisierung des pädagogischen Personals, z. B. von Ausbilderinnen und Ausbildern, von Berufsschullehrern und Berufsschullehrerinnen die Weiterentwicklung berufsbildender Schulen zu regionalen Komptenzzentren und deren Vernetzung mit anderen Institutionen in der Region, die zur Problembewältigung beitragen können, insbesondere Betriebe und Überbetrieb-liche Bildungsstätten die interdisziplinäre Erforschung von Integrations- und Desintegrationsmechanismen als Basis für bildungspolitisches und pädagogisches Handeln.