Die Bildung, die sie meinen

 

Bernd Lederer

Die Bildung,
die sie meinen

Mündiger Mensch
oder nützlicher Idiot

 

188 S., broschiert
19,90 Euro
ISBN 978-3-89144-388-0

 

Alle reden von Bildung und beschwören sie als unerlässliche und entsprechend investitionswürdige Qualität einer zukunftsfähiger Gesellschaft bzw. eines wettbewerbsfähigen »Standorts«. Allzu oft hat es jedoch den Anschein, als wüssten diejenigen, die am meisten von Bildung reden, nicht, wovon sie da eigentlich reden. Schlimmer noch: Mit diesem Begriff wird – oft wider besseren Wissens – etwas beschrieben, was doch besser mit »(Schlüssel-)Qualifikation« oder »Kompetenz« benannt wäre. Was aber ist und meint Bildung eigentlich – und was gerade nicht?

Ist jemand gebildet, wenn er oder sie bei einem Wissensquiz viele Fragen richtig zu beantworten vermag? Ist also jemand gebildet, wer viel weiß – oder entscheidet nicht eher die Qualität des Wissens? Wer aber legt diese fest und mit welchem Recht? Wie verhält es sich mit dem Verhältnis von Allgemeinbildung zu Spezial- und Berufsbildung? Das sind nur einige der Fragen, die durch die Begriffs- und Kulturgeschichte von Bildung beantwortet werden sollen. Darauf aufbauend werden wichtige Unterschiede zwischen Bildung und anderen einschlägig-pädagogischen Begrifflichkeiten benannt, die umgangssprachlich – und fälschlicherweise! – oft als Synonym für Bildung gebraucht werden: »Lernen«, »Wissen«, »Intelligenz«, »Schlüsselqualifikation« und »Kompetenz«.

Insbesondere geht dieses Buch der Frage nach, was heute, in neoliberalen
Zeiten einer Ökonomisierung praktisch aller Lebensbereiche, mit Bildung gemeint ist, wenn Politiker oder Wirtschaftsfunktionäre diese unablässig propagieren. Zumeist wird Bildung dann eindimensional mit ökonomischer Leistungsfähigkeit und arbeitsmarktkompatibler Verwertbarkeit gleichgesetzt und als unerlässliche »Humankapitalinvestition« in den eigenen individuellen »Standort« gepriesen.

So gerät die Kritik an der Ökonomisierung von Bildung, die hier auf verschiedenen Ebenen des Bildungssystems verdeutlicht wird, letztlich zu einem Plädoyer für die Rettung eines umfassenden, d. h. humanistischen und aufklärerischen,
an den Werten Mündigkeit, Persönlichkeitsentfaltung und Emanzipation orientierten Verständnisses von Bildung.