Und erlöse uns von dem Wachstum

 

Helmut Knolle

Und erlöse uns von dem Wachstum

Eine historische und ökonomische Kritik der Wachstumsideologie

122 S., Br., 12,90 EUR

ISBN 978-3-89144-431-3

Die Studie »Die Grenzen des Wachstums« des Club of Rome entfachte seinerzeit eine sehr lebhafte Diskussion, und der damalige Präsident der EU-Kommission sprach schon davon, die Phase des Nullwachstums in der Europäischen Union so bald wie möglich einzuleiten. Knapp 30 Jahre später setzten sich die Regierungschefs der EU das Ziel, ein Wirtschaftswachstum von jährlich 3% zu erreichen. Warum sind die Wachstumsgegner nach frühen Erfolgen derart ins Hintertreffen geraten?

Mit einem interdisziplinären Ansatz macht der Autor deutlich, dass die Aufzählung von ökologischen Fakten nicht ausreicht, um die Idee des Nullwachstums attraktiv zu machen. Seine Darstellung bewegt sich auf zwei Ebenen, einer deskriptiven und einer analytischen. Auf der deskriptiven Ebene verfolgt er die Entstehung und Ausbreitung der westlichen Wachstumsideologie und ihres politischen und ökonomischen Unterbaus von den Anfängen im Alten Orient bis zur Gegenwart. Auf der analytischen Ebene setzt er sich kritisch mit den ökonomischen Theorien des 19. und 20. Jahrhunderts auseinander.

Zuletzt entwirft er ein ökonomisches Modell für eine Wirtschaft mit Nullwachstum und Vollbeschäftigung. Er zeigt aber auch, welche Schwierigkeiten beim Übergang zum Nullwachstum entstehen und wie man ihnen begegnen kann.

Helmut Knolle, geb. 1939, studierte Mathematik an der Universität in Frankfurt am Main. Als Berufstätiger schloss er sich 1966 der Studentenbewegung an. Nach Assistentenzeit an der Ruhr-Universität Bochum und Tätigkeit als Dozent an der Universidad Nacional in Bogotà (Kolumbien) wurde er 1980 Mitarbeiter in einem Projekt der Krebsforschung. Sein Buch »Cell Kinetic Modelling and the Chemotherapy of Cancer« erschien 1988 und wurde mit einem Preis der Internationalen Stiftung für den Ersatz von Tierversuchen ausgezeichnet. Danach war er als Experte für mathematische Modelle in der Medizin am Bundesamt für Gesundheit in Bern und als freier Mitarbeiter an der Universität Bern tätig. Nach seiner Pensionierung studierte er im Selbststudium Volkswirtschaftslehre.