Schwule Nazis

 

Markus Bernhardt

Schwule Nazis

und der Rechtsruck
in Gesellschaft und
schwuler Szene

 

163 S., broschiert, mit Abbildungen
16,90 Euro
ISBN 978-3-89144-387-3

 

Der Umgang bundesdeutscher Neonazis mit dem Thema Homosexualität ist geprägt von Widersprüchlichkeiten. Bereits während des Faschismus waren Schwule in der NSDAP aktiv. Selbst heutzutage sind schwule Männer in der neofaschistischen Szene aktiv, die homosexuelle Lebensentwürfe nur vordergründig ablehnt.

Parallel dazu übernehmen zunehmend auch Wortführer der etablierten Homobewegung rechte Positionen, üben sich in der Stimmungsmache gegen Migranten, erteilen einer multikulturellen Gesellschaft eine Absage und fallen weit hinter die emanzipatorischen Forderungen der Schwulenbewegung der 1970er und 1980er Jahre zurück.

Anhand aktueller Beispiel beleuchtet der Autor den stetigen Rechtsruck der etablierten Homobewegung, die augenscheinliche Sprachlosigkeit linksalternativer Lesben und Schwuler und den Umgang der Neonazis mit Homosexuellen.

Neben Herbert Rusche, dem ersten offen schwulen Bundestagsabgeordneten Deutschlands, kommen der Filmemacher Rosa von Praunheim, der langjährige Homo-Aktivist Gottfried Ensslin, Bruder der RAF-Mitbegründerin Gudrun Ensslin, und Koray Yılmaz-Günay (Gays & Lesbians aus der Türkei) zu Wort.

Markus BernhardtMarkus Bernhardt, Jahrgang 1977, ist Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und lebt in Dresden. Als freier Journalist arbeitet er regelmäßig für die Tageszeitungen junge Welt und Neues Deutschland, das Kölner Homomagazin BOX, das Magazin für antifaschistische Politik und Kultur der VVN-BdA namens antifa und andere Medien.