Klima, Umwelt, Mensch. Sozial-ökonomische Systeme und ihre Überlebens(un)fähigkeit

 

Karl Lanius

Klima, Umwelt, Mensch. Sozial-ökonomische Systeme und ihre Überlebens(un)fähigkeit

 

2009, 108 S., 8 Abb., Br., ISBN 978-3-89144-420-7, 12,90 Euro

 

Die Menschen sind eine Spezies unter vielen. Wir verfügen jedoch über eine Intelligenz, die uns die Auswirkungen unseres Handelns erkennen lässt. Das Ökosystem, zu dem wir gehören, ist ein komplexes Gebilde, widerstandsfähig und zerbrechlich zugleich. Unter Umständen reicht eine kaum wahrnehmbare Störung, um es zum Umschlagen zu bringen. Die katastrophalen Folgen betreffen auch unsere Art.
Der Physiker Karl Lanius betrachtet, gestützt auf historische Klimadaten, archäologische Forschungen und historische Überlieferungen, ob und wie menschliche Gesellschaften gravierenden Klimaveränderungen erfolgreich trotzten, weil sie sich in ihrer Wirtschafts- und Lebensweise umstellten, oder auf Grund interner Strukuren dazu nicht in der Lage waren.Auf dem Hintergrund dieser historischen Erfahrungen beschreibt er anschaulich die Klimaveränderungen der letzten 150 Jahre und deren aktuelle Auswirkungen und möglichen Konsequenzen für die nähere Zukunft. Den Kern des Problems macht der Autor an der mittlerweile global vorherrschenden Produktivkraftentwicklung fest, die privatwirtschaftlich organisiert nach dem Motto handelt: Je schneller Rohstoffe zu Abfall werden, und je mehr Energie wir in Schadstoffe umsetzen, für umso erfolgreicher gilt das gesellschaftliche System.

Dabei ist jedem mit ein wenig mathematischem Verständnis begreiflich, dass in einem geschlossenen System, wie dem der Erde, ein unbegrenztes Wachstum mit einer annähernd konstanten Wachstumsrate unmöglich ist.

Ein Fortschreiben dieser Entwicklung führt an eine Schwelle, an der auch das gegenwärtige sozialökonomische System kippen wird. Wir tragen die Verantwortung, denn wir besitzen die Fähigkeit und das Wissen, durch einzuleitende Gegenmaßnahmen die drohende Katastrophe, wenn nicht aufzuhalten, so zumindest zu verzögern. Solange jedoch Wachstum als Sinnbild des Fortschritts und Konsum als Inbegriff von Lebensqualität gilt, ist kein Wandel zu erwarten.